„Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Inhalt ihres Charakters beurteilt werden."                                          (Martin Luther King)  

„Angst schwingt immer mit.“

Herausforderungen für Eltern

Eltern möchten ihre Kinder vor dem Unheil und der Ungerechtigkeiten dieser Welt beschützen! Oft hat man keine Idee, wie man sein Kind schützen und gleichzeitig  fördern sowie seine eigenständige Entwicklung unterstützen kann. Dieser Wunsch und gleichermaßen die Hilf- und Ratlosigkeit kommt häufig in Verbindung mit erlebter Diskriminierung- eigener und/oder der der eigenen Kinder. 

Diskriminierung kann viele Lebensbereiche betreffen und aufgrund verschiedenster Faktoren erlebt werden: aufgrund der Herkunft, aufgrund von seelischer oder körperlicher Behinderung, aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechterzugehörigkeit... Der Mechanismus ist immer gleich: Ausgrenzung und Abwertung aufgrund von Andersartigkeit!

Schwierigkeiten und Fragestellungen, mit denen sich Eltern in diesen Situationen konfrontiert sehen, können unter anderem sein: 

Erklärungsnot den Kindern gegenüber: Warum passiert ihm*ihr das? Warum handeln Menschen so? Warum ist Andersartigkeit in unserer Gesellschaft oftmals ein Problem?

Schutz: Wie kann ich mein Kind schützen? Wie kann ich mich schützen? Wer kann mich unterstützen?

Empowerment: Wie kann ich mein Kind stark machen und für Diskriminierungen bzw. den Umgang und die Reaktion darauf rüsten?

Aufstehen: Wie schaffe ich es für mein Kind (und mich selbst) in diskriminierenden Strukturen einzustehen? Wie trete ich in so einem Fall den diskriminierenden Personen gegenüber?

Herausforderungen für Kinder und Jugendliche

"Aus dem schwärzesten Teil meiner Seele, durch die schraffierte Zone hindurch steigt der Wunsch in mir hoch, auf einmal weiß zu sein."                                                                                                                        (Frantz Fanon)

Diskriminierung zu erleben tut weh & hinterlässt Spuren, Wunden und Narben! Besonders Kinder und Jugendliche fühlen sich in solchen Situationen hilflos oder sogar machtlos. Sie brauchen den Beistand ihrer Peergroup und die aktive Unterstützung der Erwachsenen. Den Umgang mit diskriminierenden Situationen lernt man nicht in der Schule oder durch Reife; es bedarf eines geschützten Umfeldes, um diese Erfahrungen zu verarbeiten und Handlungsoptionen zu entwickeln. Folgen, die Diskriminierung bei jungen Menschen hinterlassen, können neben Traurigkeit und Wut, die folgenden sein: 

Sprachlosigkeit: die sich in aggressivem Verhalten und Zurück-Beleidigen äußern, aber die Situation nicht ändern. Was kann ich wie sagen oder aktiv tun? Woher weiß ich, dass das jetzt eine Diskriminierung war und ich mich nicht einfach nur anstelle?

Hilflosigkeit: Wen kann ich ansprechen? Wer kann mich wie dabei unterstützen, mich zu wehren und für Gerechtigkeit zu sorgen?

Ratlosigkeit: Wie kann ich gut reagieren, adäquat für mich ein- und aufstehen? Wie kann ich solche Situationen beenden?

Tatlosigkeit: Weil ich nicht weiß, was ich machen soll, mache ich gar nichts, ziehe mich zurück und igle mich ein. Wie kann ich mich vor Diskriminierung schützen ohne selbst diskriminierend zu werden? 

 

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